Zeitarbeit bietet doppelte Chance für Arbeitnehmer - 18.04.08

Michael Lippmann: "Wachstumspotentiale noch nicht ausgeschöpft"

Niederfischbach, 28.03.2008 „Wer sich für die Zeitarbeit entscheidet, der setzt auf eine doppelte Chance“. Davon ist Michael Lippmann, Geschäftsführer des Niederfischbacher Zeitarbeitsunternehmens CATS – Die Ingenieuragentur  fest überzeugt.  Auf der einen Seite könnten Zeitarbeitnehmer ihren beruflichen Weg in der Zeitarbeit machen. Die damit verbundenen Vorteile liegen für Michael Lippmann auf der Hand: „Der in anderen Berufssparten häufig beklagte Alltagstrott stellt sich nie ein“. Stattdessen biete sich die Gelegenheit, unterschiedliche Betriebsabläufe und Kollegen kennen zu lernen und sich „on the job“ weiter zu qualifizieren. Insbesondere für Berufseinsteiger mit unklaren beruflichen Zielvorstellungen hätten so die Möglichkeit, zunächst unterschiedliche Aufgabenfelder, aber auch Unternehmen in der Arbeitswelt kennenzulernen, ehe eine endgültige Berufsentscheidung folgt. Dadurch könnten sie ihre Aussichten in der sich wandelnden Arbeitswelt nachhaltig steigern. „Diese verlangt ja schon jetzt von den Arbeitnehmern die Bereitschaft zur beständigen Neuorientierung und eine hohe Mobilität.  Wer in seinem Lebenslauf eine Tätigkeit als Zeitarbeitnehmer ausweisen kann, stellt beide Eigenschaften in jedem Fall unter Beweis“, erklärt Michael Lippmann.

Auf der anderen Seite diene  die Zeitarbeit häufig auch als Sprungbrett für eine Übernahme beim Kundenbetrieb. „Die Aussichten für eine Übernahme stehen gut“, so Lippmann. Rund 30 Prozent aller deutschen Zeitarbeitnehmer gelinge es, sich so zu profilieren, dass sie eine dauerhafte Anstellung bekommen. „Ein Umstand, den wir Zeitarbeitsunternehmer mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen“, berichtet Michael Lippmann. „Lachend, weil die hohe Übernahmequote natürlich ein Beleg für die Qualität der Personaldienstleistung ist. Weinend, weil wir einen guten Mitarbeiter verlieren.“

 

Dass das Konzept der Zeitarbeit als Flexibilitätspuffer der Wirtschaft und leistungsstarker Jobmotor aufgeht, beweisen die gerade veröffentlichten amtlichen Erhebungen der Bundesagentur für Arbeit. Rund 579 000 Zeitarbeitnehmer waren im Schnitt im ersten Halbjahr 2007 nach der jetzt veröffentlichten amtlichen Statistik der Bundesagentur für Arbeit bei Zeitarbeitsfirmen bundesweit tätig. Das sind fast 80 000  Mitarbeiter mehr als im Gesamtjahr 2006 -  „ein neuer Branchenrekord“, sagt Michael Lippmann. Dass die Zeitarbeitsbranche derartig hohe Zuwächse verzeichnen kann, hängt für Lippmann ganz entscheidend auch mit den Qualitätsstandards der Branche und der Gesetzgeber zusammen.  Die Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) hat bisher geltende Restriktionen, z.B. im Zusammenhang mit der Überlassungsdauer, aufgehoben. „Durch die Einführung von Tarifverträgen ist es gelungen, Zeitarbeit im Bewusstsein der Öffentlichkeit als seriöse Arbeitsmarktchance zu verankern“, erklärt Lippmann, dessen Unternehmen Mitglied im Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ), dem mitgliederstärksten Arbeitgeberverband der Zeitarbeitsbranche ist. „Der iGZ hat mit seinem Sozialpartner, den Einzelgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes transparente Tarifverträge ausgehandelt, die verlässliche Entgelte, Arbeitszeiten und Sozialleistungen garantieren.“

Dass die Zeitarbeit in Deutschland trotz des Branchenbooms immer noch weit unter ihren Möglichkeiten ist, darüber sind sich die Branchenexperten einig. Ihr großes Potenzial zeigt sich auch mit Blick auf das europäische Ausland. In Großbritannien etwa machen Zeitarbeitnehmer schon 4,5 Prozent aller Beschäftigten aus, Deutschland liegt mit knapp über 2 Prozent abgeschlagen dahinter. Für britische Schulabgänger oder Hochschulabsolventen ist es völlig normal, zunächst als sogenannte „temps“ (temporär Beschäftigte) vielfältige berufliche Erfahrungen sammeln, bevor sie sogenannte „perms“ (permanent Beschäftigte) werden. In Deutschland war eine Entwicklung in diese Richtung lange Zeit durch die gesetzlichen Reglementierungen gebremst. „Das hat sich mit den Deregulierungen und der gestiegenen gesellschaftlichen Akzeptanz der Zeitarbeit geändert“, erklärt Lippmann. „Deutschland hat sich danach vom Zeitarbeitsentwicklungsland zum Schwellenland entwickelt und wird perspektivisch mit den USA und England das Spitzentrio auf dem internationalen Zeitarbeitsmarkt bilden.“